Eine weitere Blog-Net Schweiz Seite

You don´t throw your life away
Going Inside
You get to know who´s watching you
And you besides
You resides
In your body
Where you´re slow
Where you go doesn´t matter
‚Cause there will come a time
When time goes out the window
And you´ll learn to drive out of focus
I´m you
And if anything unfolds
It´s supposed to

-johnfrusciante-

 

Erinnerst du dich an Vorfreude?

An das Gefühl in deinem Bauch, kurz bevor ihr damals in den Europapark gefahren seid? Schlaflose Nacht, kribblig, überdreht, tausend Gedanken, wie es wohl sein wird…

Erwachsensein ist wie kurz vor dem Besuch eines Vergnügungsparks. Manchmal oder auch immer ist es genau so. Und jetzt stell dir vor – du stehst kurz vor diesem Besuch aber… keiner geht hin.

Das wird lustig, haben sie gesagt!

Das wird aufregend,  haben sie gesagt!

Vertraue darauf, dass diese Achterbahn des Lebens nun endlich nur noch nach oben fährt.

Glaube daran, dass der freie Fall beglückend sein wird. Ohne das dumpfe Gefühl der Übelkeit im Magen danach.

Befahre alle diese Bahnen, schlemme dich durch die Essensmöglichkeiten, mache einen grossen Bogen um die Geisterbahn. Lache, geniesse, strahle, leuchte aus deinem tiefsten Inneren, wenn dich der Wagen nach aussen ins Tageslicht befördert und dich auf quietschenden Rädern herumschleudert.

Fühle es! Diese regenbogenfarbige Kraft, welche dich durchstrahlt, während du fälllst und lachst und dich alles vergessen lässt.

Und dann nach so einem Tag im Park, alle Endorphine aufgebraucht… Was bleibt? Die Heimfahrt in die Realität. Deshalb: Stell dir vor, es steht ein Besuch an in den Europapark – aber keiner geht hin.

Besser so.

Aber was wäre das Leben ohne solche Extreme?

Sicherlich more fluently aber auch nicht so mega NAICE halt.

Delete – forgive – dream – repeat.

Oder halt einfach nicht hingehen.

It´s up to you – du verschiessenes Neudeutsch.

 

 

 

§4000 · Februar 11, 2018 · Allgemein · (No comments) ·


Nichts taugt Ungeduld,
Noch weniger Reue;
Jene vermehrt die Schuld,
Diese schafft neue.

J.W.v.Goethe

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da dachte ich, man müsse sich entschuldigen. Entschuldigen für Verhaltensweisen, welche von der Normgesellschaft als inadäquat gelten. Selbstverständlich wird einem das auch so beigebracht als Kind.

 

Hast du jemandem deine Sändelischaufel über die Birne gezogen und seine Sandburg zerstört? Entschuldige dich!

Warst du zu forsch und hast deine Meinung zu laut über ein Thema aus der Lebenswelt einer deiner Artgenossen geäussert, welches dich überhaupt nichts angeht? Entschuldige dich!

Kommst du zum dritten Mal zu spät ins Sitzungszimmer rein? Entschuldige dich!

 

Obwohl mich diese Gedanken zur Schuldfrage gerade umtreiben und ambivalent stimmen, bin ich mir im Klaren und der festen Überzeugung, dass es gewisse Regeln des Respekts braucht, um überhaupt in der Realität überleben zu können. Aber! Woher kommt denn dieses „Sich-entschuldigen-müssen“?

Sich „ent-schuldigen“, bedeutet ja, sich von einer Schuld zu befreien. Ja aber von welcher denn?

Reden wir noch immer von der Erbsünde, als Eva, die dumme Kuh, vom Baum der Erkenntnis ass und uns seither alle Schuld der Welt und jeglichen weiteren existierenden Parallelwelten auf unseren Schul(d)tern ablud?

Schuld beginnen wir zu tragen oder schuldig werden wir, durch Wertungen und Erwartungshaltungen, welche wir an den Tag legen.

Ich gebe mir Mühe möglichst wenig zu werten. Räusper… Respektive, immer dann kurz inne zu halten, wenn ich feststelle, gerade eine Situation, einen Menschen oder einen Gegenstand zu (be-)werten. Was schwer ist. Unsagbar schwierig sogar! Doch ich versuche dem Guilty-Party-Dilemma in meinem Leben möglichst geringe Angriffsfläche zu bieten.

Gut-schlecht, gross-klein, hübsch-hässlich (Adjektive kann man steigern, yay!)…

Werten und sich einen Überblick über den Gesamtzustand zu schaffen, liegt in unserem evolutionären Überlebensmuster, ganz klar. Lohnt es sich der Gazelle nachzujagen? Wird sie genug Futter für alle hergeben, die ich über die Runden bringen muss? Abwägen und werten – ja oder nein?! LOHNT es sich denn?

Da ich jedoch davon ausgehe, dass unsere Jagd dank den Coops und Migros dieser Welt deutlich einfacher gestaltet ist und wir den Gazellen nicht mehr nachjagen müssen, lege ich den Evolutionsgedanken nun zur Seite.

Schuldig werden wir, durch uns auferlegte Erwartungshaltungen der Normgesellschaft, dem Klerus oder wie man die Obrigkeit, der man gefallen muss, um als überhaupt überlebensfähig zu gelten, auch immer nennen mag.

Aus irgendeinem Grund, meist Traumata aus der Kindheit, (diesen Zopf haben wir nun zur Genüge gehört) können wir gewisse Erwartungen nicht erfüllen, reagieren anders als erwünscht (wie viel Entwicklungspsychologie in solchen Gedanken steckt, macht mir selbst grad Angst) und PÄNG! Schuldig! Geht ganz schnell und fix. Passt also auch noch wunderbar in unsere schnelllebige Zeit. Gäbe es die heilige Inquisition noch – meine Güte, die hätten aber viel zu tun. Wären wohl die Arbeitgeber des Jahrhunderts. „Bewerben Sie sich noch heute bei uns – Jobs en masse… Geschuldet wird immer.“

Inquisitoren und Totengräber könnten dann noch fusionieren und das Ganze würde eine Goldgrube werden. Doch dieser Gedankengang durch die heiligen Hallen des Mittelalters wird nun doch etwas morbider, als von mir geplant. Zurück also zum Ursprungsgedanken. Die Schuldfrage…

Sich ENT-schuldigen, muss man nur, wenn man es zu lässt, Schuld aufgeladen zu bekommen. Und ich rede nicht von gesetzlich verwerflichen Schulden wie Mord und Totschlag. Sondern von seelischen Schulden. Diesen Dingen, die an einem nagen und einem innerlich auffressen.

„Klopf klopf, da bin ich wieder. Deine Schuld, die sich tief an deiner Seele festgefressen hat. Wär mal wieder Zeit für ein Update! Warst schon lang nicht mehr ONLINE.“

Immer wieder darf ich wundervolle Menschen mit unglaublich tief ausgeprägter emotionaler Intelligenz kennen lernen. Meist fallen sie einfach so vom Himmel und landen in meinem Leben. Ich bitte nicht darum, es passiert einfach immer von selbst. Lesson, poison or gift… Sie fallen so schnell runter, dass der Aufprall meist sehr heftig ist und es ganz doll wehtut, da der Boden meist gleich mit durch die Decke geht, bzw. einbricht und alles dann auch schon wieder vorbei ist.

(ENTschuldigung liebes Universum, falls ich dich nun gerade beleidigt habe und herausfordere. Aber du kannst toben so heftig du willst. Ich hab keine Angst mehr vor dir.)

Auf jeden Fall sind die Hauptthemen zwischen mir und meinen vom Himmel fallenden Fällen stets Schuldhaftigkeit und Beziehungen.

(Weil man ja IMMER in Beziehung zu jemandem ist, auch wenn man keine Beziehung hat, da man sich ja IMMER auf jemanden bezieht. Blabla.)

Ob A-nziehung oder B-eziehung. Wir beziehen uns immer aufs Gegenüber. (Sollte man meinen.)

Diese Themen sind dann halt auch sehr verbindend sowie sinnstiftend, da man ja dem Gegenüber von seinen alten Schwächen erzählt. Von seinen Sühnen.

Wer hat wann, wem, eine PET-Flasche oder ein Fahrradschloss über den Kopf gezogen?

Wo hat man, was falsch gemacht hat und wurde schuldig, weil man das Date sausen liess, um seinen eigenen Lustprinzipien zu frönen. (Es-Ich-Über-Ich, danke Freud!)

Der Austausch solcher tiefen Themen schafft Bindung und Nähe. Man wägt sich in Sicherheit. Man ist sich einig, dass man in „dubio pro reo“ ist, auf jeden Fall an diesem Abend, an diesem Tag, in diesem Augenblick, da beide so offen über Schuld reden und Lösungsansätze diskutieren.

Man ist verbündet am Lido am See oder vereint durch eine Federboa, einträchtig am Bruschette mampfend sowie verbrüdert am Hardcore Vibes hörend oder gar geistesverwandt den falschen Zug besteigend. Und ob all diesen alltäglichen Dingen, schwebt das Schuldthema über einem drüber mit und man fühlt sich verbunden, durch das offene Gespräch, welches man gerade über die eigenen alten Lebensschulden führt. #kitschendetgleich

Aber alsbald – in der Morgendämmerung, kurz bevor dir dein letzes Quäntchen Boden wegbricht, wird dir bewusst – wer so offen über Schuld reden kann, ist gar nicht dein Seelenverwandter, sondern jemand, der sich seiner Schuld ganz bewusst ist und sie auch weiterhin lebt.

Dieser Gedanke ist befreiend und die inneren Inquisitoren schwingen die weisse Fahne. Nicht schuldig! Du wusstest es ja von Anfang an. Don´t do culprits!

Schuldig bin nur ich ganz alleine vor mir selbst. Zu hoffen und zu glauben, dass es eine Frage der Wertschätzung der vergangenen Momente ist, sich auf noch ausstehende Fragen zu äussern und sich erst DANACH höflich wieder aus dem Leben des Anderen zu verabschieden. Das ist einzig und alleine meine Schuld, dies so zu erwarten. Schuldig bin nur ich, mich zu fragen – was ist denn nur geschehen? Welchen Teil der Staffel Guilty-Party hab ich verpasst? Ab wo wurde meine Rolle gecancelled? Wäre es nicht schön, diesen Grund erfahren zu dürfen? Es würde so fest helfen.

Ich werde auf immer und ewig FÜR den Angeklagten sein. Denn somit bin ich FÜR mich UND den anderen Angeklagten. Das ist schön. Eine Qualität, wenn man vergeben kann. Und zum Glück liegt auf meinem wegbrechenden „In dubio pro reo-Boden“ bei mir zu Hause auch immer immer etwas Glitzer und Konfetti. Für die Stimmung, die Ästhetik und nicht zu Letzt die Hoffnung…diese Konfetti bald wieder mit dem einen Culprit in die Luft werfen zu dürfen. Always*

§3999 · Januar 28, 2018 · Allgemein · (No comments) ·


Der Stapel mit den ungeliebten Rechnungen liegt links auf dem Boden, der Stapel mit den geliebten Dingen rechts daneben. Und so wie wir es alle kenne, ist der rechte Stapel viel anziehender. Dies hat sich also auch nicht im 2018 (haha jaaa – ich hätte mich fast verschrieben) geändert. Der innere Schweinehund will gewinnen und stupst mit seiner rosa Nase nach rechts. Dinge, die man tun wollen würde, wenn man denn könnte…

Doch wie es der Zufall so will, rutscht mir ein Foto von meinen Grosseltern, zwischen all den Stapeln liegend, in die Hände. Beide in ihren vitalsten Zwanzigern umrankt von zwei Motorrädern, irgendwo im schönen Baselbiet. Ich lehne mich ans Sofa zurück und lasse meine Gedanken abschweifen. Die regenbogenfarbigen Einhörner auf meiner Jogginghose schauen mich herablassend an. Ja, so war das also damals. Verliebt, verlobt, verheiratet. Doch dies entspricht nicht mehr dem Zeitgeist von 2018.

Gerade gestern hatte ich wieder ein tiefgründiges Gespräch mit einem Freund. Wer ist denn schon noch bereit, sich diese Bürde eines Commitments aufzuladen, wenn die digitalisierte Welt alle Möglichkeiten offen hält?

Wir kamen zum Fazit, dass es vier Möglichkeiten gibt, um mit diesem Umstand namens „Leben“, umzugehen.

Du kannst dich verlieben, verloben und heiraten und deine Bestimmung finden, in dem du deinen Nachfahren deine ganze Zeit und Liebe widmest.

Du kannst alles hinter dir lassen, zum Aussteiger werden, die Welt bereisen und Fotos posten, wie du gerade mit Delfinen durch die Weltmeere gondelst und daneben auf Goa noch kurz den Vollmond anheulst.

Du kannst dich auf die spirituelle innere Reise zu dir selbst machen mit oder ohne Hilfe von Ayahuasca, einem Guru oder sonstigen Initiationsritus, oder aber du kannst deinen Nine-to-Five-Job mit tiefster Innbrunst und totaler Verausgabung leben und möglichst über nichts mehr nachdenken.

Das sind die vier Möglichkeiten.

„Wähle weise!“, würde noch passen, falls diese Kolumne ein Summary zum neuen Matrixfilm 4.0 wäre. Fakt bleibt, dass alle diese Routen nur dazu führen, dass du dich nicht mit dir selbst weiter auseinandersetzen musst, denn dies würde zu einer Burglind 2.0 ausarten und ziemlich viel in dir aufwinden, eh natürlich wühlen.

Schwierig wird es erst, wenn man sich noch nicht mal ansatzweise dafür entscheiden kann, welchen dieser Wege man denn wählen möchte. Wo bleiben denn bloss der Leitfaden und die Vorsehung, wie es die neue Trendserie „Black Mirror“ auf Netflix so wunderbar aufzeigt, wenn man sie am Dringendsten nötig hat?

Jeden Tag erlebe ich in Gesprächen, die heutzutage fast gänzlich nur noch über Sprachnachrichten von Whats App vonstattengehen, wie stark das Bedürfnis nach bedingungsloser Liebe ist. Den ganzen Teil mit dem „Liebe dich selbst zuerst, dann wird der Rest schon klappen!“, lass ich jetzt mal grosszügigerweise aus… (Danke übrigens für den Schlüsselhochschiebeknopf, darauf haben wir gewartet, ohne Witz jetzt!)

Wären meine Grosseltern damals schon im Besitz eines Smartphones und allen wahnsinnigen Möglichkeiten unseres Zeitalters gewesen, bezweifle ich stark, ob ich hier sitzen würde. Statt gemeinsam mit den Motorrädern über die Hügel von Reigoldswil zu kurven, hätte sie wohl zuvor mit ihren Freundinnen alle Nachrichten von ihm zu Tode analysiert, bevor sie ihn jemals konkret krass live getroffen hätte. Meanwhile hätte er zuvor ihr Instagramprofil durchgestalked und dann entschieden, dass er doch eher auf dunkelhaarig und skinny-bitch-figured steht. The End.

Jetzt bleibt die Frage, ob die Digitalisierung Schuld hat an der ganzen Liebesmisere oder ob wir schlichtweg unfähig sind, in einem gesunden Rahmen, diese eigentlichen Wundermittel richtig und angebracht einzusetzen. Wohl eine Mischform von beidem. Vielleicht sollte man sich einfach mal wieder oldschoolmässig trauen, beim Dessert den hübschen Kellner nach seiner Telefonnummer zu fragen, anstelle die ausufernden Partnervermittlungsbörsen zu durchforsten?!

Auswahl zu gross, Verlockungen um die Ecke allzeit bereit, unruhiger Geist verursacht durch ständige Erreichbarkeit, bewusste Auszeiten nehmen (und bereit dafür viel zu viel Geld auszugeben), um darüber auf allen Social Media Plattformen von der bewussten Auszeit stündlich präzise zu berichten. So sind wir. Oder ich auf jeden Fall.

Um trotzdem ab und an den Wind in meinem Haaren auf meinem imaginären Motorrad zu spüren, pilgere ich oft an meinem Lieblingsort und verbringe Stunden unter meinem Baum. Die Weitsicht über die Talebene macht alle verkrampften Gedankengänge wieder leichtfüssig und angenehm unbedeutender.

Ob es DIE grosse Liebe war zwischen meinen Grosseltern? Ich gehe davon aus, dass sie in diesen vergangenen Jahrzehnten keine Zeit und Mittel hatten gross darüber nachzudenken. Ich wünsche es ihnen und mein harmoniebedürftiges Wesen hofft es inständig. Was ich jedoch ziemlich sicher weiss, ist die Tatsache, dass sie verschont wurden vor der sogenannten „Toxic Love“. Ein weiteres neues Thema, das in diesen Tagen hoch und runter diskutiert wird in meinem Freundeskreis. Ich erkenne einen Logarithmus aus Gesprächen mit Menschen, die die grosse Liebe erleben durften, sie leider, aus welchen Gründen auch immer, hinter sich lassen mussten und nun von dieser oben erwähnten „toxischen“ Liebe verfolgt werden. Kurz zusammengefasst geht es darum, dass zwei Menschen aufeinandertreffen, die nicht mit aber auch nicht ohne einander können. (Anm. d. Red.: Einige Verschwörungstheoretiker unter uns behaupten, es handle sich dabei um eine ungünstige Kombination zwischen einem Narzissten und einem Empathen.)

Da man aber nach der grossen Liebe weiss, was man weiss (die ganze Wahrheit halt, wie es sein muss), quält man sich gegenseitig weiter, bis sich der eine entweder für eine neuartige sexuelle Orientierung entscheidet oder sich der andere für ein Schweigeseminar anmeldet, um die vollständige Klarheit ob der Gesamtsituation zu erlangen.

Ob gross oder toxisch, viele der Probleme in Liebesdingen sind hausgemacht und deshalb ziehe ich es zurzeit vor, täglich metaphorisch gesehen die „Post holen“ zu gehen. Im Schlafanzuglook und mit verstrubbelten Haaren lässt sich dieser Gang ganz befreit machen und der Briefkasten hält an manchen Tagen schöne grosse Überraschungen bereit oder aber giftige Briefe von der Steuerverwaltung – die mich wieder zu meinem linken Stapel auf meinem Wohnzimmerboden zurückführen und -holen.

Die Einhörner grinsen immer noch herablassend. So what…

King for a King

by Will Varley

You’re six seconds old in the arms of your mother
Six weeks later, you start to see colour
And you learn pretty soon, if you cry you get tit
You learn how to crawl and you learn how to shit

By the time you can speak, they got you in school
Where just asking questions is breaking the rules
Well, ten years later, the system has won
You’ve stopped asking questions and sucking your thumb

On your thirteenth birthday they give you a drink
Say, „Get it all down, you’ll forget how to think!“
So you tell your first girlfriend you’re gonna die young
At the end of her garden she gives you some tongue
By fourteen she’s left you, well life is unfair
You’ve got shey on your t-shirt and spikes in your head
And your best friend from school said, „Just doesn’t suit you!“
You sit on a wall and you talk of the future, say

King for a king, eye for an eye
The birds still sing when they fall from the sky
If I slip a little whisky now into your cup
Will you swear that you’ll never grow up?
Swear that you’ll never grow up?

Well your teenage years scar you like daggers
Your insecurity turns into a swagger
Defensive as Normandy, lacking maturity
Drink like a fish, smoke like a chimney

King for a king, eye for an eye
The birds still sing when they fall from the sky
We’ll stand on the rooftops, we’ll scream and we’ll shout
If you swear that tomorrow we’ll work it all out
If you swear that tomorrow we’ll work it all out

Well by twenty you’re starting to run out of steam
You got no money and can’t sell your dreams
Get a job in an office like a means to an end

§3997 · Januar 5, 2018 · Allgemein · (No comments) ·


Ich weiss nicht mehr wann ich begann, den wichtigen Menschen in meinem Leben einen bestimmten Klingelton zuzuweisen.

Vielleicht weil Klänge schon immer mein Dasein bestimmten und sie gewissen Lebensmomenten die nötige Bedeutung einhauchen oder ihre Dramatik unterstreichen, die ich auch einfach manchmal herbeiführen möchte.

Ohne musikalische Untermalung wären die jeweiligen Augenblicke wohl auch gar nicht so episch wirkend.

Die Resonanz fehlt und wir schwingen nicht mit den gegebenen Umständen mit, da unsere Spiegelneuronen sich nicht dem Gegenüber und dem Sachverhalt zur Verfügung stellen. Musik hilft da enorm.

So macht das ja auch die Filmindustrie. Sie macht sich unser neurologisches System zum Untertanen. Bisschen Horror gefällig? Dramatische Bassline, kreischende Geigen und ein zitterndes Snare – et voila. Wolke 7 in zuckerrosarot bevorzugt? Such dir selbst ein herzschmerzerweckendes Instrument aus. Ich persönlich bevorzuge da ja die Hammondorgel.

Vorteil des personifizierten Klingeltones:

Du stürzt nicht mehr überhastet aus der Dusche, haust dir dein Knie am Toilettenrand an und reisst den Duschvorhang runter, wenn dein Smartphone pingt oder pongt. Denn du weisst – es ist nicht ER. Du shampoonierst also in Ruhe weiter.

Du glaubst einen Zustand gefunden zu haben, der in seiner Beschaffenheit an Vorteilen überwiegt. Vielleicht gibt es dir sogar eine Art Sicherheit, dieses latent ruhige Gefühl, etwas ein Stück weit unter Kontrolle zu haben, das sich nicht kontrollieren lässt. Denn wie sollte sich Kommunikation über ein weiteres Medium, das sich stets immer wieder als solch schrecklich verzerrender Filter erweist, kontrollierbar sein? Niemals. Zum Glück.

Und dann sind es wieder diese Tage, an denen du, entgegen allen New-Age-Ratgebern, das Spiel des „Kontrafaktischen Denkens“ über dich ergehen lässt. Entgegen allen Achtsamkeitstheorien, den gutgemeinten Eckhart Tolle RatSCHLÄGEN „Sei im Hier und Jetzt“. Denn du fragst dich:

Was wäre wenn?

Ja, was denn eigentlich?

Vera F. Birkenbihl, Motivationstrainerin, sagt dazu:

„Wie können wir wissen, dass Etwas besser wäre, wenn es anders wäre?“

(https://www.youtube.com/watch?v=PIKuDKxyc24)

 

 

Cora E., das rappende Schlüsselkind meint dazu nur ganz abgebrüht:

„Es wäre nicht so wie es ist, wär es damals nicht gewesen wie es war.“

(https://www.youtube.com/watch?v=5_M7abyCVQE)

 

Doch was, wenn das HIER und JETZT nicht dem Vergangenen gerecht werden kann? Wie bitte soll denn dann dieser Zustand ausgehalten werden? Wie damit umgehen, dass dein Telefon in allen Tönen des Regenbogens pingt, jedoch nicht in seinem?

Du kannst Sport machen, einkaufen, dich betrinken, die Nacht durchtanzen. Du kannst viele Kilometer weit fahren, um Freunde zu besuchen und dich ganz in ihr Leben eingeben. Nur um deine innere Begierde „nicht fühlen zu müssen“ kurzzeitig zu betäuben. Wenigstens für einen Moment lang. Trotzdem hast du ständig die Bilder vor deinem inneren Auge, der vergangenen Szenarien. Ein bestimmter Weckton, die Erinnerung an das Aufwachen aus einem Alptraum oder das unbändige Verlangen in den Augen des Anderen.

Entfliehen auf Zeit sei dir dann angeraten, jedoch mit dem Wissen, dass bei deiner Rückkehr, das Aufprallen in der Realität nur noch schwerer zu ertragen sein wird, als vor deinen kläglichen Ablenkungsmanövern.

Und ums Himmels Willen beginne keine Kommunikationsanläufe auf deinen selbstkasteienden Ablenkungsmanövertrips. So verwirrt wie du dann dein „Hallo-Versuch“ starten wirst, geht dies bestimmt ganz bipolar auf dein Gegenüber wirkend nach hinten los (der Schuss).

Im besten Falle ignoriert er sogar deine letzte Sprachnachricht, mit der du deinem letzten Satz so viel Bedeutung einverleiben wolltest. So stehst du da, mit runtergezogener Hose und das Einzige was bleibt, ist bitte ja nicht das Gleichgewicht verlieren und vornüber auf die Nase zu fallen.

(Haben Hosen in Kniekehlen hängend so an sich.)

Ich wäre ja Whats App sehr dankbar, wenn es das Gadget „schreibt nicht…“ erfinden würde.

schreibt nicht…

Haha.

Ha.

Es wäre dann so transparent. Anstelle dessen lacht dir diabolisch ein „online“ entgegen und du hältst diesen Zustand im Kopf nicht aus.

Natürlich wissen wir alle, dass wir den neuen Medien viel zu viel Raum in unserem Leben lassen. Wir wissen, dass die persönliche Kommunikation immer noch den höchsten Stellenwert einnimmt. Wir sehen die Mimik und Gestik unseres Gegenübers. Wir hören seinen Tonfall und können bei Unklarheit direkt nachfragen, wie die Aussage nun zu verstehen sei? Doch auch schon dies kann äusserst komplex sein und erfordert teils grossen Mut. Was gibt es Schöneres, als miteinander zu sprechen und kurzweilig in anderen Sphären abzutauchen? Die Weltanschauungen des Gegenübers kurz durch einen Vorhangspalt betrachten zu dürfen und Einblick in eine andere Wahrnehmung erhalten zu dürfen? Und vor allem – wir spüren unser Gegenüber und riechen es. Unsere Pherhormone spielen nicht länger Verstecken und zeigen sich von ihrer besten Seite. Yay!

 

Zürück zum kontrafaktischen Denken…

Aber was wäre denn , wenn es nie wieder zu einem solch persönlichen Austausch kommen sollte? Was wäre, wenn all die geteilten Gedanken und Lieder, die zum weiter sinnieren und philosophieren angeregt haben, bereits vorbei sind? Was wäre wenn…?

Natürlich kreiert in genau diesem Moment das Leben einen Zustand, der dein Telefon in dem erwünschten Ton aufplingen lässt.

Was darauf folgt ist wie tiefes achterbahnmässiges Fallen in eine sternenklare Nacht.Magenerven ziehen sich zusammen. Dein Herz pocht bis zur Halsschlagader.

Du nimmst es in die Hand, du freust dich so sehr.

Du schaust auf dein Display in freudiger Erwartung, dass sich dein Gemütszustand alsbald erhellen wird.

Du freust dich auf Antworten auf deine letzten Fragen und vielleicht auch Reaktionen auf deine vielleicht zu fordernden Ansprüche.

Und dann­… Dann steht da einfach der FALSCHE Name, zum RICHTIGEN Klingelton!

Einfach so.

Falsch.

Und du sitzt nun auch auf der falschen Achterbahn. Nicht auf der Guten jedenfalls. Eher auf der, nach der du dich übergeben musst.

Ein Name, den du jahrelang nicht mehr gelesen hast mit dem richtigen Ton.

Wie kann sich denn bitte etwas so richtig anfühlen und anhören, aber gleichzeitig so falsch sein?

Ich stelle nun die Vermutung an, dass der Reigen des Lebens dir wiedermal ans Bein pissen wollte. So ganz grosskotzig halt. Das Leben war früher bestimmt mal Porschefahrer mit zu kleinem Schniedel. Ganz bestimmt. Ätsch! Verarscht! Herzlichst – dein Leben.

Das Leben zeigt dir, dass Menschen von früher an Bedeutung verlieren. Du besetzt ihre übriggebliebenen Gedankenfacetten, die sie in dir zurückgelassen haben, mit neuen für dich wichtigen Inhalten. Du verknüpfst ihr Gedankengut solange mit neuen Zuständen, bis sie sich nicht mehr so schmerzhaft in dir anfühlen. Bis all das Vertraute ganz verschwommen und fremd ist. Du weisst, dass nie wieder jemand in dir dasselbe Gefühl und die gleiche Geborgenheit auslösen kann. Deshalb konstruierst du um all die vergangenen Erinnerungen so lange etwas Neues, bis du es ertragen kannst. In deinem Inneren wirst du zwar immer wissen, dass du aus dem Vertrauten etwas Neues gemacht hast, damit du es überhaupt aushalten kannst. Ein von dir nicht tapezierter Erinnerungsfetzen wird immer noch hervorschauen und dich mit deinem längst vergangenen Abgründen in Berührung bringen wollen. Aber es ist besser als Nichts tun. So tun als ob.

 

Du besetzt also neue Menschen mit alten Tönen, die ihre Bedeutung von damals längst verloren haben ohne, dass es dir bewusst ist. Diese Tatsache macht den ganzen Sachverhalt noch verrückter, als er eh schon ist.

Wichtiger Mensch – bestimmter Ton – vergessen müssen um jeden Preis – Jahre vergehen – du überlebst – neue Menschen, neue Töne – neuer Mensch, DIESER Ton – diesen Ton vermissen – ihn so fest erklingen hören wollen – er erklingt – alter Mensch.

Wie gut, dass dich das Leben dann daran erinnert : Klingt richtig, liest sich falsch?

Heisst:

Alles geht vorbei.

Auch das Warten auf DEN Ton mit dem RICHTIGEN Namen.

Und Scheiss auf Personifizierungen aller Art! Ich bin personifiziert genug.

 

§977 · Juli 9, 2017 · Allgemein · (No comments) ·


Ist es der da, der da am Eingang steht?

Oder der da, der dir den Kopf verdreht?

Oder der da –  mit dem dicken Pulli an…

Fanta Vier wussten bereits 1992 um was es wirklich geht. Heute ist die Thematik noch aktueller, als damals. Vielleicht auch, weil ich nun endlich das passende Alter für die Thematik habe. Haha. Möglich.

Deichkind sagten 20 Jahre später dann dazu „Leider geil“. Damals leider geil, heute leider geil. Leider leider geil. Implizierte Widerspruch par excellence. Humor von heute vom Feinsten!

Danke, dass die Szene mitdenkt. Yo!

Am Ende spielt es jedoch gar keine Rolle, ob es DER da oder der DA ist. Ob es der da, mit der Hipster-Hornbrille auf der Nase mit ultra-oversize Shirt (Guido Maria Kretschmar, ich denke an dich!) ob es der da, mit dem Under Armour Cap und dem Proteinshake in der Hand, oder ob es der da, mit der Aktentasche unter dem Arm und dem Prada-Duft ist.

Hauptsächlich und generell ist ER einfach männlich und DA. Falls du jemals glaubst es ist DER, dann unbedingt folgende Schritte unverzögerlich einleiten:

Weinglas (Weinglas steht hier stellvertretend für alle alkoholischen sowie leicht gegärten (überreife Beeren) Getränke, wegstellen, Smartphone ausschalten (noch besser in den Rhein werfen), nach Hause fahren (alleine in Zwangsjacke oder im Mindesten in Begleitung deiner Mutter, Tante UND Oma), danach circa für drei Tage das Bett nicht mehr verlassen.

Anmerkung der Redaktion:

Pizzaliefer-, sowie Velokurrierdienst vor dem Smartphoneentsorgungsakt über die täglichen Belieferungwünsche bitte im Voraus informieren, ohne Handy wirds dann tricky…

 

Der da, hat der da das Herz gebrochen, weil er auf ihre Liebesbekundung nichts mehr gesagt hat.

Der da, hat der da ins Gesicht gelogen, weil er nämlich doch eine Freundin hat und gar nicht Daniel heisst. Arzt ist er im Übrigen auch nicht.

Der da,  hat der da ein Wochenende versprochen, welches er nie einlöste.

Der da, hat der da nach drei Tagen Kennenlernzeit „Schatz“ gesagt und über eine gemeinsame Zukunft gesprochen, um danach Wochen später alles Gesagte ohne Skrupel zurückzunehmen.

Der da, hat der da eine handgeschriebene Karte geschenkt, deren Worte bereits, als sie in Tintenform aus dem Kulli flossen, an Bedeutung verloren.

Die Liste von DEM da könnte xbeliebig weitergeführt werden. Derartige Geschichten erreichen mich in diesen Tagen aus allen Himmelsrichtungen und lösen weder Erstaunen noch Entsetzen aus. Sondern lediglich nur noch ein wohlwissendes Lächeln. Ja. Genau. So ist es. Leider nicht geil.

Männliche Leser werden an dieser Stelle sagen: „Ja aber genau dies gibt es auch in DIE DA.“

Natürlich! Ohne Widerrede!

Dieser Zustand lässt mich weiterdenken und mein Hirn kramt nach einem weiteren Titeln aus der Rapgeschichte unserer Zeit, um zu beschreiben, was hier eigentlich passiert.

Ein guter Freund von mir hat es neulich mit dem Kauf eines Autos als Metapher ziemlich schön umschrieben.

Würdest du ein neues Auto kaufen oder aber das selbe alte Auto nochmals?

Du und dein altes Auto, ihr ward ein unschlagbares Team. Ihr konntet vertraut bis ins Tessin fahren und in jeder Kurve hast du es gespürt. Wie auf Schienen seid ihr eure gemeinsamen 175´000 von 275´000 km gefahren. Keine Panne, kein TCS, nur du und dein altes schnuckliges Auto, das klappert und rattert und voller Zigarettenasche ist.

Oder aber würdest du ein neues Auto kaufen? Der Reiz, die vielen neuen Knöpfe zu drücken ist nicht zu bändigen. Alles ist spannend, aufregend und beflügelt deine Fantasie. In Höchstgeschwindigkeit braust du mit ihm über alle Wipfel und kommst dir richtig geil vor.

In der Generation #wegwerfgesellschaft wollen wir immer das Neuste und Beste. Wir erhoffen uns durch den Kauf von neuen Gegenständen mehr Freiheit, Unabhängigkeit und vor allem auch besseres Ansehen bei der Gesellschaft. Wir sind nicht mehr bereit alte Dinge zu reparieren oder uns um sie zu kümmern. Besser weg mit dem Alten. Aus den Augen aus dem Sinn. Zudem kommt nach dem Alten doch immer was Besseres und Neueres um die Ecke. Stell dir vor, du mühst dich zu sehr mit dem Alten ab!? Du würdest ja alles verpassen! Dein Leben würde an dir vorbeiziehen, ohne dass du vom Neuen gekostet hast. Dr. Dre dachte sich da bestimmt – und nun „The Next Episode“. Und genau so funktionieren die NICHTBEZIEHUNGEN heutzutage. Besser wöchentlich was Neues, als sich mal ein paar Monate aus das Alte einlassen. Klingt jetzt alles sehr desperate. Aber glaubt mir… Wenn ich frustriert bin, gehe ich bei Globus durch die Beautyabteilung. Ort des nackten Grauens. Mein grösstes Mitgefühl gehört zur Zeit gerade der weiblichen Generation nach mir. Die muss sich mittlerweilen mit Schminke für unter der Schminke herumschlagen. Wie schminke ich mir mit dem grünen Concealer und dem dunkelbeigen Konturenstift einen höheren Wangenknochen, um darüber dann Make-Up Nummer eins darüber zu schmieren? Mädels, ein gut gemeinter Rat: Lasst es bleiben! Irgendwann bröckelt das Zeugs eh weg und ihr seht echt blass aus. Und DER DA wird es nicht verstehen. Scheisse echt. Schminke für unter der Schminke. Crazy… Nach dem Globusbesuch ist die Welt dann wieder sehr viel rosiger. Vor allem hat die Marinabar am Hafen in Basel seit vorgestern wieder offen und so kann sich frau wieder sehr häufig die spektakulären rosafarbenen Kitschhimmels reinziehen. #loveit

Freundeskreis haben damals mit „Mit dir“ echt was für die Ewigkeit getan. Mehr Ehrlichkeit als in diesem Track kann man nicht erwarten. Der weiblichen sowie auch männlichen Sicht der Dinge wird unbeschönigt Platz eingeräumt und spricht DEN DA sowie auch DIE DA an. Sie will ihn checken bevor er am Morgen weggeht, er will sie nicht wecken aber schreibt dann (vielleicht) einen Zettel…

„Hammerhart“ war es aber bereits ein Jahr vor „Mit dir“. Mit den Beginners. Da ist Einiges am Start. Bei DEM DA auf jeden Fall. Vor allem bei DEM, der seinem neuen Date direkt unter die Nase reiben muss, dass er sehr begehrt ist und noch Anna, Julia und Pascale am Start hat. Aha. Zwischennippen am Amaretto Sour, Haltung wahren, lächeln.

Der siebenundzwanzigjährige Cro findet das jedoch alles sehr „Easy“ und bestätigt DEN DA in seiner Haltung, sie bloss nicht für voll zu nehmen. Ina ist ja eh verrückt, wenn sie nach drei Tagen bereits heiraten will. Also nimms easy und hau ab nach Washington DeaCyyy.

Run DMC fanden dies bereits 1986 „It´s tricky“. Danke ihr weisen Helden der Achziger, ihr habt ( die DIE DA´s unter uns) in unserer ganzen Art und Weise erfasst.

Tricky oder Easy, eines ist so puderrosa klar, wie der Himmel über der Marinabar (Reim <3):

Der Gesamtzustand in Sachen Liebesdingen ist gerade für DEN DA oder DIE DA, unschön und schmerzhaft fürs Herzchen.

Und Herzchen, wenn du Mitternacht deinen Schuh verlierst (oder vom Tisch fällst) bist du nicht Aschenputtel, sondern einfach betrunken.

Deshalb zurück zum Ratschlag von vorhin: Fahr nach Hause. Ohne DEN DA, denn DER DA, weiss selber noch nicht, ob er gerne der Prinz mit dem passenden Schuh oder aber doch eher der Real Slim Shady sein will.

One Love! YO! I´m out!

 

Peace

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Faanasdfasjdkfansk

§48 · März 23, 2017 · Allgemein · (No comments) ·


„all the world´s stage, and all the men and women merely players; they have their exits and their entrances; and one man in his time plays many parts, his acts being seven ages.“

-as you like it by william shakespeare-

„we can only burn on forever when we let go. flames die behind closed curtains.“

– inspired by erin van vuren-

 

Neulich durfte ich einer ambitionierten jungen Theatergruppe, zu welcher ich mich glücklicherweise dazu zählen darf, beim Proben auf der Bühne zusehen. Dabei wurde natürlich zuerst der Vorhang aufgezogen. Die Halle ist dunkel, das letzte Räuspern der Menschenmenge verhallt, die Schauspieler atmen nochmals tief durch – und los geht’s… Dieser schwere dunkelblaue Samtvorhang spielt schon sehr lange eine bedeutende Rolle in meinem Leben und ich bemerke, wie ein Lächeln über mein Gesicht streift, als ich in den Erinnerungen zu schwelgen beginne. Vorhänge, die zu früh gezogen wurden, Vorhänge, die zum Glück wohlweislich nach einem Fehler gezogen wurden, Vorhänge die mit Elvis Mikrophonständer in meiner Hand undurchdringbar waren, da die Stoffmasse den Ausgang nicht preisgaben…

Aber es gibt ja auch die sogenannten normalen Vorhänge. Die, die du vielleicht schon lange kaufen möchtest, oder auf jeden Fall deiner Mutter bei jedem Besuch lächelnd erklärst: Vorhänge muss ich halt noch besorgen! (Das Selbe gilt im Übrigen auch für Lampen…)

Ein Blick von meinem Balkon verrät: Die Vorhänge meiner Nachbarn sind entweder hässlich, zu durchsichtig oder nicht vorhanden. Dabei wäre es wirklich ratsam, nun in den dunklen Wintermonaten die Fenster damit zu bekleiden.

Meine Vorhänge sind eines: Nämlich ganz gewiss zu lang! Ihre defizitäre Länge habe ich lange als Manko betrachtet, bis ich mich dazu entschloss, diesen Ist-Zustand zu meinem Vorteil umzumünzen. So kam es, dass hinter meinen meterlangen Vorhängen, stilbewusst in goldbeige-weiss, nun Stauraum entstand für so Einiges, was andere Menschen wohl in ihrem Keller oder ihrem Einbauschrank aufbewahren. Da Zweiteres bei mir nicht vorhanden ist, wird die Stoffbahn, die Wohnraum und Fensterfront getrennt voneinander vereint, nun zum Vorhangschrank. Ha! Wie clever!

Etwas stolz wischte ich mir den Schweiss von der Stirn, als ich erfolgreich Staubsauger, Gästematratze, Yogamatte, eine Überdosis an Handtaschen und ungeliebte aber bequeme Schuhe, dahinter verstaut hatte.

Muss frau ja dann auch nicht saugen dahinter – nein nein keinesfalls.

Der neue Vorhangschrank war dann auch Auslöser für eine kleine Panikattacke, verursacht durch Spinnenviecher (und nein ich bin nicht der Typ Frau, welche bei solch einem Notfall ihren oder einen Freund kontaktiert) da ich kurz glaubte, meinen Staubsauger in geistiger Umnachtung in mein Kellerabteil gestellt zu haben.

Unten angekommen, fand ich zwar keinen Staubsauger, stellte jedoch fest, dass jemand in mein Kellerabteil eingebrochen war. Danke für Nichts. Danke für die nie wiederkehrende verlorene Zeit auf dem Polizeiposten und der Staatsanwaltschaft zwecks Anzeige. Aber dies ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht sonst einmal erzählen mag…

Wir ziehen ständig Vorhänge in unserem Leben. Abends nach einem anstrengenden Tag – ratsch. Morgens, vor einem vielsprechenden Tag – rutsch.

Manchmal ziehen wir einen Vorhang während Begegnungen mit anderen Menschen um uns abzugrenzen. Oder wir lüften ihn spielerisch einen kleinen Spalt, damit jemand Neues, einen Blick dahinter erhaschen kann.

Oft stellen wir auch fest, dass ein bestimmter Mensch gerade im Begriff ist, einen Teil seines Seelenvorhanges zu zuziehen, da in ihm sonst zu vielEmotionen ausgelöst werden könnten.

Ab und an zerren wir hilflos an unseren Vorhängen und würden uns wünsche, dass sie in der Einhängschiene besser Schlitten fahren würden.

In der Bibel reisst auch schon mal ein Vorhang in der Mitte auseinander, bei so ganz grossen epischen Ereignissen halt und ich behaupte zu wissen, dass bei unzähligen Omas Tonnen von Vorhangstoffen im „Buffet“ vor sich hin modern.

Vorhänge sind anstrengend. Ich finde sie anstrengend. Vielleicht auch nur die Tatsache, dass ich nicht die Musse verspüre, sie mit Metermass und Nadeln im Mund abzustecken und unter das Füsschen meiner nichtvorhandenen Berninanmaschine zu jäten.

Vorhänge wollen mehr. Fast so als würden sie uns mit dem nächste Windhauch zusäuseln – There must be more!

Denn sie wollen auch noch in regelmässigen Abständen gewaschen, gebügelt und neu drapiert werden.

Meist sind sie aber auch einfach nur wundervoll praktisch. Sie lassen sich aufreissen, um das Haus mit Licht zu durchfluten. Sie schenken dem Popo, der aus dem Bad watschelt seine verdiente Privatsphäre.

In gewissen Momenten schenken sie einem auch angenehme Dunkelheit bei Migräne oder die intime Atmosphäre, die es für Zweisamkeit halt manchmal so braucht.

Mein Verhältnis zu Vorhängen ist durch und durch ambivalent, wie ich feststelle. Vorhänge sind auch Kindheitserinnerungen. Wir hatten welche mit Spitzen und kleinen eingewebten Häuschen an den Küchenfenstern. Als Kind dachte ich immer, dass diese Vorhänge extra für unser Haus hergestellt worden sind. Im Sommer wusch Mama die Vorhänge und der frische Duft des Stoffes hüllte das ganze Haus in eine herrliche Geborgenheitswolke.

Insgeheim wünsche ich uns allen, dass wir in unserem Leben fähig sind, an den richtigen Passagen Vorhänge zu öffnen, sie gar aufzureissen.

Oder aber den Mut sie sanft oder mit einem heftigen bösen „Ratsch“ wieder zu zuziehen. Ganz wie es beliebt.

Um es in den Worten eines Schriftstellers, der sicherlich viel mit Theatervorhängen zu tun hatte, zu sagen: Wie es euch gefällt!

Vorhang.

THE END

 

§45 · November 5, 2016 · Allgemein · (No comments) ·


„she had bits of soul in everything. from her laugh to her tears and in a world of plastic smiles and corrugated feelings, you couldn´t help but feel it.“

„i get lost in you, but i don´t feel lost at all. I feel at ease and at HOME. and that ist why you are never really gone from me. you will always be that familiar STREET where a warm HOUSE waits.“

-JmStorm-

 

In Laufschritttempo gehe ich durch meine Strasse in Richtung Tramhaltestelle. Mein Blick schweift nach oben zu den Baumkronen, welche die wundervolle Querstrasse, eine wunderschöne Allee, zu meiner Heimatstrasse besäumen. Als ich vor einem halben Jahr neu durch dieses Quartier ging, mit so viel Neugierde in meinem Herzen, Kreativität in meinem Geiste, Mut in meiner Seele und ein Quäntchen Naivität in einem Schublädchen meines Solarplexus, trugen die Bäume noch schwere, kraftgeladene Knospen. Die Explosion der Blüten und Früchte stand ganz nahe bevor.

Nicht nur die Bäume trugen neue Wahrheiten und neues Leben in sich, auch ich hatte wortwörtlich meinen ersten eigenen Frühling in Angriff genommen.

Einen gefühlten Wimpernschlag später, streifen meine hohen schwarzen Schuhe mit ihrem klackernden Absatz bereits die ersten welken Blätter, durchstreifen ein Laubmeer aus Braun- und Gelbtönen, bahnen sich ihren altbekannten Weg zur Haltestelle. Nach einem ganzen halben Jahr…

Mein neuer marineblauer Umhang kokettiert mit meinem roten französischen Perret, rote Lippen, rote Nägel, kaum zu glauben, wie französisch ich mich fühle, in einer Schweizer Stadt. Der Herbst zieht auf und erhebt mahnend den Zeigefinger – bald ist es Zeit für Einkehr sowie innerliche Besinnung. Eine leise Aufforderung meines Verstandes, der sich Gehör zu verschaffen versucht, die kommenden Wintermonate als Chance zu nutzen, Projekte, Themen und Lebensgefühle brach zu legen.

Doch ich kann nicht brach liegen! Ich will nicht welken! Ich will nicht fallen! Ich will nicht stillstehen!

In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – ein Sprichwort, welches mich immer wieder dazu anhält, über Neubeginn, Veränderung und Endzeiten nachzudenken. Wo sich eine Tür schliesst, öffnet sich eine neue und in diesem ganzen halben Jahr, haben sich mir Türen und Tore geöffnet und wurden auch wieder vor meiner Nase zu geknallt, als wären Stopphalterungen an Türen noch Gegenstand und leise Vision eines Zukunftsentwickler – eben dieser Stopp-Türzuschlag-Halterungen.

Und nun in diesem Herbst, fühlt sich alles so sehr nach Frühling an – die Welt steht Kopf und die Zeit scheint still zu stehen. Was wäre, wenn wir die Jahreszeiten und den Jahresablauf umdrehen würden? Lasst uns die Zeiten neu definieren, Kreatoren werden, von neuen Abläufen und den Gehzeiten des Lebens entgegenwirken.

Mir kommt eine Frau mit Weinflasche entgegen, sie trägt weisse kurze Jogginghosen, dazu Turnschuhe und ein graues Kapuzenjäcklein. Wo ihr Weg sie wohl gerade hinführt an diesem sonnigen Sonntagabend? Vielleicht warten ein grünes Churry, von einem abgehetzten Fahrradkurier zugestellt und der obligate Tatort zu Hause auf sie?

Ein herunterwirbelndes Blatt verirrt sich auf meiner Schulter und streift dabei sanft meinen Nacken. Eine zarte Erinnerung daran, dass die Welt zu welken beginnt. Doch ich möchte nicht welken!

Ich möchte wirken – entgegen allem, was ich bereits glaubte zu wissen. Ich möchte den welkenden Blätter, dem kalten Windhauch, dem müden goldenen Herbstlicht entgegenwirken, mit einem überdimensionalen frühlingshaften Strahlen.

Ich gehe an einem geöffneten Fenster vorbei, feines Licht erhellt eine schöne Altbauwohnung, ein Mann in auberginefarbenem Hemd steht hinter der Glasscheibe und telefoniert wild gestikulierend. Ob er ein Geschäftstelefonat führt? Ob er bei der Annahme des Gesprächs seinen Nachnamen mit Nachdruck unbewusst geschäftlich hart betonte, so wie es eine meiner Freundinnen stets tut?

Ein ganzes halbes Jahr kann so viele Veränderungen in sich tragen – es wird Zeit, dass wir uns dessen bewusster werden. Also halten wir das langsamer werdende herbstliche Lebenskarussell dazu AN, geben ihm den nötigen Perpetum Mobile Anstups und lassen den Herbst in einen neuen Frühling transformieren. Was sind die neuen Ziele? Welche Gefühle wollen gelebt werden? Welches Laub darf noch nicht zu Boden fallen? Wo brauchen die persönlichen Frühlingsknospen noch Dünger, um diesen Herbst in voller Blüte stehen zu dürfen?

Kurz vor meiner Tramhaltestelle beobachte ich eine Dame, wie sie in einem hübschen Seidenkleid auf dem Gehsteig steht, ein Lächeln im Gesicht, wie es eigentlich nur an Frühlingstagen möglich ist. Sie wartet offensichtlich auf den Herrn in hellblauem Shirt, der vermeintlich nonchalant auf sie zu geht. Was wohl die Geschichte der Beiden sein mag, frage ich mich? Ich blicke zurück und sehe, wie er kurz vor ihr stehen bleibt und ihr ein Kompliment macht. Ihr Gesicht errötet, die Spannung in der Luft ist förmlich greifbar, auch für mich, als völlig Unbeteiligte an dieser Geschichte.

Beim Zurückblicken bin ich leicht von meinem Weg auf dem Trottoire abgekommen und kollidiere beinahe mit einem Fahrradfahrer. Das königsblaue Rad mit seinen eleganten caramelbraunen Lenkgriffen und dem gleichfarbenen Sattel, passen perfekt in dieses Herbstszenario. Hätte es einen Namen, dieses Rad, welcher wäre es denn?

Ich warte auf meine Tram. In einem Auto mir gegenüber, sitzen eine Frau und ein Mann, sie hören ganz laut Musik und durch den Fussgängerstreifen dazu gezwungen, anzuhalten, sehe ich, wie die beiden lachen und sich zu den Klängen von einem alten Rapsong überschwenglich bewegen. Autodisco im Herbst – auch Ausdruck eines neuen Frühlings? Die Szenerie erheitert mich jedenfalls. Wo wird dieser Kleinwagen sie wohl hinbringen? Werden sie das Abendessen in einem italienischen Restaurant einnehmen und er wird ihr den Stuhl an den Tisch rücken, nachdem sie sich gesetzt hat?

Die grüne Tram kommt vor der Kirche zum Stehen und ich drücke den roten Türknopf. Ein Mann mit schwarzem Cap steigt mit mir ein, sein Parfüm nimmt meine Sinne ein. Ein tiefer Duft, der wohl Lachen und Tränen gleichzeitig auslösen könnte, wenn ihn das richtige Gegenüber riecht. Er setzt sich auf die Querbank und winkt nach draussen. Mein Blick folgt seiner Geste und in der Ferne, neben der Kirche, kann ich eine Frauengestalt wahrnehmen, die seinen Gruss erwidert und danach schnellen Schrittes davongeht. Ein Abschied für immer? Sind deren Blätter bereits durch das Ökosystem zersetzt und zu neuer Erde transformiert? Oder entwachsen dieser Geschichte gerade erst feine Äste, an denen sich grünste Blätter der Hoffnung entfalten werden? Wer kann dies schon wissen? Ich schiebe alle diese Gedanken weg und blicke in meinen neuen frühlingshaften Herbst, lasse jegliche Angst und Bedenken hinter mir und schaue nach vorne, zum Himmel empor, der im goldenen Abendlicht mit seinen gelbgeküssten Wolken wohl gerade am Spielen ist – so wie wir es früher mit unserer Nintendo 64 gemacht haben…

 

§43 · Oktober 5, 2016 · Allgemein · (No comments) ·


 

Wer kennt sie nicht, die Tage, an denen man unverwundbar zu sein scheint und das Leben perfekt vor sich hin plätschert? Morgens bereits gut aufgestanden, auf der Arbeit positive Rückmeldungen erhalten, draussen Sonnenschein und 25 Grad sowie die Aussicht auf ein herrliches Abendessen im Lieblingsrestaurant… Ich denke, solche Tage sind Glückstage – man muss sie wortwörtlich in sich aufsaugen, um sich an exakt diesen Glückserinnerungen zu laben, wenn es mal wieder – und dies soll vorkommen, nicht so rund läuft.

Nach Feierabend stieg ich in meinen geliebten Kleinwagen und brauste mit offenen Fenstern zur nächsten Autowaschanlage. Zugegeben die Musik in meinem Auto war etwas zu laut aufgedreht und ich sicherte mir bereits beim Einfahren auf die Waschstrasse, den einen oder anderen neugierigen Blick. Neben mir schrubbten vorwiegend Männer ihre SUV´s, mit einer Hingabe, für die es fast keine Worte gibt. Neben den BMW´s und dem einen Jaguar fiel mein Kleiner zwar etwas flach ab. Doch auch diese Tatsache untergrub meine gute Laune nicht. Ich stieg aus und fütterte den Automaten mit Kleingeld nachdem ich schwungvoll nochmals alle Türen kräftig zuschlug um eine Überschwemmung zu vermeiden. Hm? Was hätte ich denn heute gerne? Schonprogramm, Glanzprogamm, nur Spülgang? Ich drückte einen der Knöpfe und entnahm der Halterung die wassersprühende Lanze. Vielleicht sollte ich hier anmerken, dass in meinem Haushalt die Reinigung und Wartung der Autos jeweils Sache des Mannes im Haus war. Doch was der kann, kann ich schon lange, sagte ich mir selbstbewusst und aus naheliegenden Gutelaune-Gründen.

Ich lief dreimal um meinen Wagen herum und spülte ihn, ganz den Vorbildern links und rechts neben mir nachempfunden, hingebungsvoll. Der erste Spülgang war zu Ende und ich stellte fest, dass ich den nächsten Knopf am Automaten bedienen musste, um mit meinem Programm fortzufahren. Ich legte die Lanze neben meinen Wagen auf den Boden und schritt zur Tat. Mein Zeigefinger bediente die Taste Nummer 2 und ich konnte mit der Schaumbürste weiter zu Werke gehen. Dieser Teil geht recht in die Oberarme und ich konnte die Endorphine fühlen, wie sie durch meinen Körper strömten. Sport hätte ich heute also auch noch gemacht! Braves Mädchen! Grinsend zeigte ich den Jungs rund um den Platz, wie hoch ich auf meine Zehen stehen kann, um auch das Dach feinsäuberlich zu schrubben. Die Schaumbürste stoppte mit dem Schäumen. Zeit für Schritt Nummer 3. Ich verankerte die Bürste in ihrer Halterung und drückte frohen Mutes die nächste Taste…Der Anblick der sich mir nun bot, veranlasste meine Augen dazu sich aufzureissen und meine Hände schlugen sich automatisch vor meinen Mund. Die Wasserlanze aus Schritt Nummer 1 bäumte sich bedrohlich vor mir auf. Ich hatte sie auf dem Boden liegen gelassen und musste nun verzweifelt versuchen, ihrer wieder Herr zu werden. Leichter gesagt als getan! Ich rannte wie ein Kleinkind seinem Ball der Lanze hinterher. Die eiserne Stange schlug durch die Kraft des Wassers, welche ihr entwich gegen mein Auto, meinen Kopf, meine Oberarme und Waden. Ich konnte sie schlichtweg nicht ergreifen! Das Spektakel war meinen Waschnachbarn nicht entgangen und in kürzester Zeit hatte ich ein ungebetenes Publikum vor meiner Garage. Meine Chance des Zugreifens sah ich in dem Moment, als sich die Lanze für einen Augenblick auf den Boden legte. Ich fiel auf die Knie und versuchte sie unter Kontrolle zu bringen. Doch weit gefehlt! Der Wasserstrahl rutschte unter dem Kabinenschlitz durch zum Nachbar und vollführte dort einen weiteren Wassertanz sondergleichen. Ich war ratlos und schockiert, ob der gewaltigen Kraft dieser Anlage. Schwitzend und durchnässt hämmerte ich schliesslich hilflos auf den Stoppknopf, um diesem Alptraum ein Ende zu bereiten. Ich hörte noch, wie die Lanze beim Nachbarn auf den Boden prallte und endlich Ruhe gab. Vor Wasser triefend, erschlagen und sichtlich schlechter gelaunt wie zu Beginn, zog ich die gemeine Spritzpistole unter dem Kabinenschlitz hervor und steckte sie mit leichter Gewaltanwendung zurück an ihren Platz.

Als ich vom Platz fuhr, wechselte mein Ipod auf „Let it be“ von den Beatles und ich hielt es für besser, mich möglichst schnell den belustigten Blicken der Anwesenden zu entziehen. Seitdem meiden Yaris und ich die Waschanlage in Rheinfelden – aus naheliegenden Gründen…

§41 · Oktober 5, 2016 · Allgemein · (No comments) ·


…diese seltenen Tage, an denen sich alle Strapazen der vergangenen Wochen scheinbar wie aus dem Nichts auflösen und du weisst: Alles ist wieder gut!

Diese Tage bescheren dir ein Gefühl der absoluten Freiheit. Einer Freiheit, welche in einem Himmelbett vor dir liegt und du dich darin herrlich herumwälzen kannst. Unbegrenzt!

Deine Wege der Wochen zuvor waren gepflastert von einem Diebstahl deiner Handtasche mit Geldbörse, in welcher sich wirklich jedes überlebensnotwendige Kärtchen befand. Sogar die Kärtchen deiner Freundin befanden sich noch darin, da (frau kennt es ja) es einfach SO praktisch ist, nur eine Handtasche dabei zu haben. Aber zu verlockend war halt die Vorstellung, ohne Jäckchen am Lords Of The Underground Konzert herumzuhüpfen, deshalb schnell mal weg mit dem Täschen und sich entblössen. Wohl einige Sekunden zu lang gedauert, die Entblössung…

Felsen eines Steinschlages säumten danach deinen Weg, da es schier unmöglich ist, ohne Kärtchen an Bargeld zu gelangen, geschweige denn ein neues Smartphone zu ergattern, denn dazu benötigst du eine Identitätskarte (oder du hast das wahnsinnige Glück, eine Mitarbeiterin sehr gut zu kennen, welche dir aus dieser Misere hilft).

Mitten in der Nacht findest du dich also wieder, in Bern… Ohne Geld, ohne Handy, ohne ID, ohne Identität – Sans-Papier deluxe. Yay. Hiphiphurra.

Strömende Sturzbäche erschweren dir zu dem deinen Weg, da dein Auto seit Wochen im Service auf seine vielen Operationen wartete und trotz der Reperaturen rattert dein Baby durch die MFK durch.

Somit hast du nun auch keinen Fahrzeugausweis bei dir, den du aber für die Bestellung eines neuen Führerausweises benötigen würdest. (Funny Fact: Bestell mal nen neuen Fahrzeugsausweis ohne ID… Du brauchst einen Neuen? Kein Stress! Die sind ganz lustig, die von der MFK… Kein Problem, komm einfach persönlich vorbei und bring deine ID mit! Hahaha. Selten so gelacht im Fall.)

Die Kluge reist im Zuge heisst es deshalb nun fortan, wäre da nur nicht das Problem mit dem fehlenden Halbtaxabo (neu Swisspass). In den Genuss dieses Passes kommst du natürlich nur in Begleitung mit einer ID. So steigst du zwar auf den Zug um auf deinem steinigen Weg (Xavier Naidoo ich huldige dir), fährst jedoch zum regulären Preis über die Bergpässe und dies nicht minder wackelig (und überteuert).

Doch auch die wohlverdiente Zigarettenpause auf dem maroden Bänklein auf deinem Wege wird dir verwehrt, da dir dein Einkauf von Zigaretten mit deinen 30 Jahren am Kiosk verunmöglicht wird, da du dich ja ohne ID nicht ausweisen kannst. (Ich weiss, ich weiss, eigentlich ein Kompliment mit 30 nicht wie 30 auszusehen, trotzdem – kann mal jemand das Lebenskarussell anhalten bitte?) Von nem lecka Bierchen ganz zu schweigen.

Selbstverständlich kommst du auf deinem steilen Pfad an einem Lazarett vorbei, wo du ausgerechnet deine Krankenkassenkarte vorweisen müsstest – auch hier chancenlos. Tschüss MRI. Ein andermal dann halt.

Auf den letzten paar Metern vor dem vermeintlichen Ziel, die Erklimmung des Gipfels scheint dir unmöglich, kommt dir der Gedanke, einen Lieblingssong zu hören. Er soll dich beflügeln und über die letzten Hürden tragen. Aber selbstverständlich ist deine Musikbibliothek auf deinem Gerät nun auch Geschichte, durch Kartensperrungen und neuem Smartphone. Deine jahrelang sorgfältig ausgewählten und gesammelten Songkollektionen rutschen einfach so in eine Felsspalte – auf Nimmerwiedersehen.

(Aufruf an alle Leser: Schickt mir euren Favoritesong!)

Doch dann, dann kommt der Tag, an dem dir im Ziel endlich deine neue ID ausgehändigt wird. Sie strahlt dich an, du hälst sie in die Höhe wie eine Trophäe. Dass du dich auf dem Foto zwar nicht wiedererkennst, ist ja zweitrangig, hauptsache Ripol ist damit zufrieden, gell…

Du darfst nun wieder offiziell das Land verlassen (und könntest nun am verpassten Polterweekend in Freiburg teilnehmen – leider drei Wochen zu spät. Autsch, das tat weh!) Auto fahren, kannst wieder Musik downloaden, dich ausweisen am Kiosk und im Spital wirst du wieder als Mensch behandelt.

Neue Rapkonzert können besucht werden, generell können wieder Konzerttickets gekauft werden, nun auch in charmanter Begleitung, welche frau wohl nicht kennen gelernt hätte, wäre es nicht zum Diebstahl gekommen (jaaa, alles hat auch sein Gutes…)

Alles, alles ist wieder gut!

Sogar deine Versicherung hat dir dein Geld des Verlustes überwiesen, eine Sitzung von Freitagabend wird abgesagt und die horenden MRI Kosten wurden auch abgedeckt.

Die Gewissheit, dass ohne die Hilfe deiner Freundinnen und Freunde, dich der Weg des Grauens mitten in der Nacht vor der Reithalle Bern, gnadenlos verschlungen und die Irrpfade des Lebens dich direkt in den Vorhof der Hölle geführt hätten, ist nun mehr als deutlich.

Deshalb:

Danke Mila

Danke Jolli

Danke Tim und Scream

Danke Jan

Danke Thomaso

Danke den bemühten Leuten der Halle

Und auch ein grosses Danke an die nicht direkt Beteiligten der Nacht:

Öfä, Nathi, Andie, Silvi, Laura, Frau H., Paps (keine Freundin 😉 ), Bettina und danke danke danke an alle, die ich noch vergessen habe!

Eine Frage bleibt trotzdem:

Warum muss dir zuerst alles genommen werden, bevor du erkennst, für was du alles bereits heute schon unendlich dankbar sein kannst?

Und passt verdammt nochmal auf eure ID auf!Hösch!

§37 · Juni 9, 2016 · Allgemein · (No comments) ·


Dir erzählen…

Kennst du diese Tage, an denen du alle Erlebnisse der vergangenen Stunden, von aufwühlend-ereignisreich über unfassbar-komplex bis hin zu ultralustig, genau diesem einen Menschen erzählen willst?

Du bist auf dem Nachhauseweg, deine Gedanken springen Trampolin, deine Emotionen fahren Achterbahn, dein Bauchgefühl kann sich nicht entscheiden zwischen aufs Herz hören oder dem Kopf recht geben…

Dann kommt dir der Gedanke, dass du nun dies alles gleich und zwar sofortiger als sofort dem Menschen, dem Lieblingsmenschen deines Lebens, im allergenausten Detail alles preisgeben willst.

Für kurze Zehntelssekunden erscheint dir diese Option das Logischste und das Angenehmste, was es nun für dich, bei deiner Ankunft in deinem Zuhause, geben kann.

Doch dann, ganz plötzlich und auf einen Schlag, sehr hinterhältig und fies, kommt dir in den Sinn, dass es dieses Zuhause und diesen Menschen nicht mehr gibt. Einfach so.

Du kannst es diesem Menschen nicht erzählen. Nicht sofort, nicht heute, nicht morgen und auch sonst nie wieder.

Alsbald wird dir ganz schrecklich klar, dass zum Trampolin, der Achterbahn und dem Herz-Kopf-Gehustle nun auch noch der am Strick baumelnde miese Verräter „Trauer“ hinzukommt.

Die Trauer legt gerade ihren Kopf in die selbstgebundene Schlaufe eines Todestaues und steigt depressiv auf den Küchentisch, um die Lampenhalterung auf die Zuverlässigkeit einer guten und kurzweiligen Erhängungsmöglichkeit zu überprüfen (nein danke Tim Roth (und nicht nicht nicht Christoph Waltz!), es geht auch ohne dich, den Henker aus Hateful Eight, schliesslich ist frau emanzipiert, selbstbewusst und eigenständig).

Natürlich klopft dann irgendein Quäntchen Hoffnung (verfahren wir weiterhin in der Hateful Eight Metapher steht die Hoffnung wohl für Channing Tatum, ganz unten im Kellergeschoss mit geladener Knarre) trotzdem an die Hintertür deiner Seele, um kurz mal „Hallo“ zu sagen.

„Erzähls doch deinen Freunden, deiner besten Freundin, deiner Mutter, deinen Mitbewohnern oder im Notfall deinen Einhörnern, die sich ja sowieso nur gänzlich langweilen den lieben langen Tag über, gebettet auf deinen Himmelbettkissen.“

(Die Hoffnung wispert dir dies vielleicht gar mit einem kleinen Lächeln und vermeintlich erheiternd hochzuckenden Schultern zu…)

Aber nein. Du kannst es eben nicht IHM erzählen.

DEM Menschen.

Nach diesen Erkenntnissen fährt dann plötzlich das Trampolin Achterbahn und dein Herz baumelt am Strick, gänzlich kopflos.

Es waren die ewigen Stunden auf der Veranda, zu jeder Jahreszeit. Bei Regen oder gleissendem Sonnenlicht.

Es waren die Augenblicke jeder einzelnen Autofahrt mit Ankunft bis zum Ziel oder dem Scheitern vor der Zielerreichunge aufgrund eines leeren Tanks kurz vor dem Europaparkgelände.

Es waren die Momente an den einsamsten, wunderschönsten, unglaublichsten Orten auf dieser Welt.

Es waren die Zeiten, in denen man auf die Rückkehr des Anderen ungeduldig wartete und vor Sehnsucht kein Auge im einsamen Bett zumachen konnte.

Es waren die Wochen voller aufregender Planungen bevorstehender Projekte, erfüllt von tiefer Freude, Ausgelassenheit und tränenreichen Lachern.

Es waren die kleinen Ewigkeiten zwischen Möbelkauf, Besteckauswahl, Cheesnachosexperimenten in der Mikrowelle, Downloaderrors diverser Filme und Mitternachtsputzaktionen mit desolatem Staubsauger.

Alle diese Zeiten, woben ein Band der Innigkeit, knüpften ein Unikat einer Beziehung, schufen einen der tiefsten und klarsten Meeresböden des Vertrauens.

Those were the Days – dies wusste schon Mary Hopkins 1969. La la la la…

Das Bewusstsein darüber zu erlangen, dass in der Gewohnheit des Alltages, der Geist stets noch zu alten, längst vergangenen Mustern zurückgreift, ist einfach hässlich und zermürbend.

Dir erzählen…

Das würde ich nun so gerne tun. Es wäre mein Wunsch zur Nacht. Doch es ist nicht möglich.

Deshalb erzähle ich es dir…

Hoffnung – stirb! Und falls dir dies noch nicht gereicht hat, dann gibt’s halt noch nen „Channing Tatumliken“ Schuss in deine hübschen kleinen Eier.

Oder ich schreib nen Brief an Abraham Lincoln.

Ha!

 

§34 · Februar 24, 2016 · Allgemein · (No comments) ·